Nepal, das hinduistische Königreich am Himalaja. Ein Land der Naturwunder
und ein Land mit einer faszinierenden religiösen Kultur. Es gibt wohl nur
wenige Länder, die eine ähnlich magische Anziehungskraft ausüben.
Nepals Bevölkerung lebt tief verwurzelt in ihrem Glauben. Jeden Besucher
erwartet ein überwältigendes Gemisch aus hinduistischen und buddhistischen
Glaubensritualen. Aber oft ist es gerade der Zauber des nepalesischen Alltags
hinter dem sich die größte Armut versteckt.
Uns begegnet die lebende Kindgöttin Kumari. Die kleine hinduistische Göttin
wird von Buddhisten bestimmt. Einen Fingerzeig von ihr wird auch der König
kaum missachten. Doch mit ihrer ersten Blutung verliert Kumari ihren göttlichen
Status und kehrt ins normale Leben zurück. Von diesem göttlichen Ausflug
könnten viele Straßenkinder, die vom Betteln leben, nur träumen.
Das Dharma, das Kernverständnis des hinduistischen Glaubens, weist jedem
seine Rolle zu. Sie wird auch im Falle eines schlechten Loses fatalistisch akzeptiert.
Ein Sadhu führt uns durch die Tempelanlage Pashupatinath, das größte
hinduistische Heiligtum Nepals. Hunderte der oft furchterregend aussehenden Asketen
versammeln sich hier um Shiva zu verehren. Für ihre Annäherung an Gott
greifen sie zu oft ungewöhnlichen Methoden.
Khumbu, die Everest-Region, ist das Land der Sherpa. Das stolze Bergvolk bewohnt
die höchsten Siedlungen der Welt. Alte Handelswege verbinden diese Orte bis
über die Grenzen nach Tibet hinaus. Hier, auf schwindelerregenden Pfaden
begegnen sich Händler, Touristen und Yak-Karawanen. Gegen das, was Lastenträger
auf diesen Wegstrecken vollbringen, wirkt der Everest-Trek wie ein Spaziergang.
Buddharama ist Elefantenführer im Chitwan Nationalpark im Süden Nepals.
Neben seinem Verdienst braucht er den Ertrag seiner Felder, um seine dreißigköpfige
Familie zu ernähren. Doch jede Nacht fallen Nashörner in seine Ernte
ein. Und jetzt soll auch sein ganzes Dorf dem Nationalpark weichen.
Die sanften Hügel um Begnas und Pokhara sind die Heimat der gefürchteten
Gurkhas. Die Landschaft ist schön, aber ein Auskommen darauf zu erarbeiten
ist hart. Genau die richtige Schule fürs Militär, sagt man im britischen
Hauptquartier der Ghurka-Truppen. Jedes Jahr rekrutieren sie hier über 200
Soldaten. Hier Legionär zu werden, das ist ein Glücksfall für die
jungen Männer, für die Bildung ein Fremdwort ist. Und wer zurückkommt,
ist ein gemachter Mann. Im Film begegnen wir alten Haudegen und jungen Draufgängern,
die aus der Not eine Tugend machten.