Sevilla –Stadt des Stierkampfes und Stadt des Flamencos, Heimat der Carmen.
Die andalusische Metropole von maurischem Erbe ist geprägt von unterschiedlichsten
Traditionen, die in ihre Musik einflossen und zu einem gemeinsamen Ausdruck fanden.
Der Film folgt Sevillas musikalischen Spuren. Sevillas Angebot an klassischer
Musik ist breit, aber natürlich liegt der Flamenco besonders nah am Puls
der Stadt. Und die Gitarre ist das Instrument, das ihn schlagen lässt.
Der charismatische Sänger Jesús Heredia, hat sein Leben dem Flamenco
verschrieben. Sein Konzert im berühmten Flamenco-Club, der „Pena Tore
de la Macarena“, ist ein musikalischer Höhepunkt des Films. Flamenco
erklärt Jesus ist für ihn wie Stierkampf. Der Gesang muss seine Wirkung
langsam entfalten, wie die vollendete Bewegung eines Toreros. Flamenco verheißt
Schmerz und Erlösung zugleich. Und damit ähnelt er den heiligen Madonnenfiguren
die in der heiligen Karwoche, der Semana Santa, durch die engen Gassen getragen
werden. Zu diesen höchsten Feiertagen strömt ein Millionenpublikum durch
die engen Gassen Sevillas. Den Madonnen wird im Gesang gehuldigt. Der Film präsentiert
die Prozessionen in einer packenden atmosphärischen Dichte.
Es heißt, jeder Sevillaner habe eine Gitarre im Haus, doch nicht nur für
den Flamenco. María Esther Guzmán, Spaniens berühmteste klassische
Gitarristin, stand schon mit vier Jahren auf der Bühne. Heute gibt sie Konzerte
in der ganzen Welt. Ihre Lieblingskomponisten ist der Isaac Albéniz. Marie
Esther übernimmt die musikalische Stadtführung mit ihrer Gitarre.
Das „Teatro de la Maestranza“ steht nicht nur geographisch sondern
auch kulturell im Mittelpunkt Sevillas. Das Opern- und Konzerthaus ist Heimat
der Sevillaner Sinfoniker, eines der ganz großen Orchester Spaniens. Der
Film begleitet das international besetzte Ensemble bei den Proben zu dem Klavierkonzert
Nr. 2 von Chopin. Solist ist der amerikanische Pianist Garrick Ohlsson. Wie fast
immer ist das Teatro de la Maestranza bei der Aufführung der Sinfónica
ausverkauft, die Sevillaner sind ein begeistertes Musik-Publikum.
Ein Streichquintett, aus dem ein Sinfonieorchester hervorging, sammelte in Spanien
schon viel Anerkennung und Auszeichnungen . Das “Dante –Quintett“
interpretiert ein Stück des zeitgenössischen spanischen Komponisten
Manuel Castillo.
Traditionen unterschiedlichster Kulturen haben sich in Sevilla miteinander verbunden
und sind noch heute lebendig. Das zeigt sich an vielen Musikern, die vertraute
Themen aufgreifen und neu interpretieren. Das arabische Trio Samarcanda lässt
die maurische Kultur fortleben, Raimundo Amador und Esperanza Fernández
variieren mit dem Nuevo Flamenco Sevillas ureigenste Musik neu. Sie ist Ausdruck
einer einzigartigen Stadt, die sich ebenfalls von innen heraus erneuert ohne ihre
Traditionen zu verlieren.