Zu einer Zeit, als sich die allgemeine Berichterstattung aus den südafrikanischen
Townships scheinbar allein auf blutige Gewaltexzesse konzentrierte, entschloss
sich die Jung-Regisseurin Julia Bourgett zu einem engagierten Film- Projekt, um
dieses einseitige Medienbild zu widerlegen. Sie lebte und recherchierte mehrere
Wochen lang in den Townships um Port Elizabeth und fand dort für ihr Projekt
eine ungeheure Unterstützung, die auch während der mehrwöchigen
Dreharbeiten zu ihrem Film ungebrochen anhielt.
Etwa 800.000 Menschen leben in den Townships rund um Port Elizabeth, die meisten
davon Angehörige der Volksgruppe der Xhosa. Der Film lässt viele Bewohner
zu Wort kommen. Ihr Alltag und ihre Geschichten sind noch immer von den Folgen
der Apartheid-Politik der Vergangenheit geprägt. Ihre Erzählungen öffnen
eine Welt, die in ihren Regeln und in ihren Lebensabläufen vielen Erwartungen
widerspricht. Das Kaleidoskop der Geschichten vernetzt sich zu einen Rhythmus,
der das Lebensgefühl der „Xhosa-Townships“ hautnah vermittelt.
„Ubuntu“ ist damit mehr als nur ein Zeugnis guter, nachbarschaftlicher
Beziehungen. Der Film dokumentiert den Aufbruch in ein „neues“ Südafrika,
das nicht, wie oft gezeichnet, von Gewalt, sondern vielmehr von der Verbundenheit
der Menschen untereinander geprägt ist:
„Ubuntu Ngumntu Ngabantu“ - der Mensch wird erst durch andere zum
Menschen.
Alle Musiken, ihre Komponisten und ihre Interpreten sind in Port Elizabeth geboren.
Bis auf zwei Ausnahmen stammen sie aus dem Township. „Jazz“ ist die
Musik, die das Leben fast aller hier begleitet. Es ist eine großstädtische
Musik, die den Anspruch der Townships als neue südafrikanische Metropole
unterstreicht.
„Ubuntu“ kommt dieses Jahr im Township von Port Elizabeth zur Erstaufführung.